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Wie viel Mbit/s brauche ich zu Hause?

3 Personen schauen gemeinsam auf ein Smartphone
3 Personen schauen gemeinsam auf ein Smartphone

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50, 100, 250 oder gleich 1.000 Mbit/s? Bei Internettarifen kann schnell der Eindruck entstehen: Je größer die Zahl, desto besser der Anschluss. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Denn ein schneller Tarif bringt dir wenig, wenn du die zusätzliche Bandbreite im Alltag überhaupt nicht nutzt. Gleichzeitig kann ein zu langsamer Anschluss ziemlich nerven, sobald mehrere Personen gleichzeitig streamen, arbeiten oder spielen.

Die Frage „Wie viel Mbit/s brauche ich zu Hause?“ hängt deshalb vor allem von deinem persönlichen Alltag ab. Wie viele Personen nutzen den Anschluss? Wie viele Geräte sind gleichzeitig online? Streamst du regelmäßig in hoher Auflösung? Arbeitest du im Homeoffice oder lädst große Dateien in die Cloud?

Wir zeigen dir, was Mbit/s überhaupt bedeuten, welche Geschwindigkeit für unterschiedliche Haushalte sinnvoll sein kann und warum neben dem Download noch andere Faktoren für eine gute Internetverbindung wichtig sind.

1. Was bedeutet Mbit/s eigentlich?

Mbit/s steht für Megabit pro Sekunde und beschreibt, wie viele Daten innerhalb einer Sekunde übertragen werden können. Je höher der Wert, desto mehr Daten kann deine Internetverbindung theoretisch gleichzeitig transportieren.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Megabit und Megabyte. Downloads werden häufig in Megabyte, kurz MB, angegeben. Acht Megabit entsprechen einem Megabyte.

Ein Internetanschluss mit 100 Mbit/s erreicht theoretisch also maximal etwa 12,5 MB pro Sekunde. Eine Datei mit einer Größe von 1 GB wäre unter perfekten Bedingungen entsprechend in etwas mehr als einer Minute heruntergeladen. In der Praxis können verschiedene Faktoren die Geschwindigkeit reduzieren.

Außerdem solltest du zwischen Download und Upload unterscheiden. Der Download beschreibt Daten, die aus dem Internet zu dir kommen – beispielsweise beim Streaming einer Serie. Beim Upload werden Daten von deinem Gerät ins Internet übertragen, etwa bei einem Cloud-Backup oder einer Videokonferenz.

Lange Zeit war für private Anschlüsse vor allem eine hohe Downloadrate wichtig. Durch Homeoffice, Cloud-Speicher und Videocalls spielt mittlerweile aber auch der Upload für viele Nutzer:innen eine deutlich größere Rolle.

2. Wie viele Mbit/s braucht ein normaler Haushalt?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Als grobe Orientierung kannst du deinen Haushalt aber nach Nutzung und Personenzahl einschätzen.

50 Mbit/s: Für kleinere Haushalte häufig ausreichend

Wohnst du allein oder zu zweit und nutzt das Internet hauptsächlich zum Surfen, für Messenger, Musik, Videostreaming und gelegentliche Videocalls, können 50 Mbit/s bereits vollkommen ausreichen.

Auch Streaming in hoher Auflösung ist mit einem solchen Anschluss grundsätzlich möglich. Enger kann es werden, wenn mehrere datenintensive Anwendungen gleichzeitig laufen.

100 Mbit/s: Viel Spielraum für den normalen Alltag

100 Mbit/s sind für viele Haushalte eine komfortable Größe. Mehrere Personen können gleichzeitig surfen, streamen oder Videokonferenzen führen, ohne dass die Leitung direkt an ihre Grenzen kommt.

Ein solcher Anschluss passt beispielsweise gut zu einem Haushalt, in dem gleichzeitig am Laptop gearbeitet, am Fernseher gestreamt und auf mehreren Smartphones das WLAN genutzt wird.

250 Mbit/s: Sinnvoll bei intensiver Nutzung

Mit 250 Mbit/s hast du deutlich mehr Reserven. Das kann interessant sein, wenn mehrere Personen gleichzeitig große Datenmengen übertragen, häufig hochauflösendes Videostreaming nutzen oder regelmäßig große Downloads durchführen.

Auch umfangreiche Spiele-Updates sind mit einer schnelleren Verbindung angenehmer, weil die Wartezeit deutlich sinken kann.

500 bis 1.000 Mbit/s: Für besonders hohe Anforderungen

Gigabit-Tarife bieten enorme Bandbreiten. Wirklich benötigen werden sie vor allem Haushalte, in denen sehr viele Geräte und Personen gleichzeitig hohe Datenmengen übertragen oder regelmäßig sehr große Dateien heruntergeladen werden.

Nur für E-Mails, Social Media, Surfen und gelegentliches Streaming brauchst du dagegen keinen Gigabit-Anschluss.

Ein Banner mit einer illustrierten, lächelnden Frau. Sie hält ein dickes Kabelbündel mit mehreren Glasfaserleitungen in der Hand. Im Hintergrund ist ein Windrad zu sehen. Auf dem Banner steht: "Schon mal von nachhaltigen Glasfaser-Tarifen gehört? Wir investieren in Windkraft und fördern mit jedem Tarif die Energiewende. Jetzt entdecken!"
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3. Streaming, Gaming und Homeoffice: Wie viel Geschwindigkeit brauchen sie?

Statt nur auf die Anzahl der Personen zu schauen, solltest du überlegen, was ihr zuhause mit dem Internet macht.

Streaming

Videostreaming gehört zu den Anwendungen, die vergleichsweise viel Bandbreite benötigen. Besonders bei 4K-Inhalten steigt der Bedarf.

Wenn eine Person einen Film streamt, ist das für einen modernen Breitbandanschluss normalerweise kein Problem. Schwieriger wird es, wenn beispielsweise drei Personen gleichzeitig unterschiedliche hochauflösende Streams ansehen und nebenbei weitere Downloads laufen.

Hier bietet eine schnellere Leitung zusätzliche Reserven.

Gaming

Beim Online-Gaming wird die benötigte Bandbreite häufig überschätzt. Das eigentliche Spielen benötigt normalerweise keine extrem hohe Downloadgeschwindigkeit.

Wichtiger sind eine stabile Verbindung und eine niedrige Latenz. Die Latenz beschreibt vereinfacht gesagt, wie schnell Daten zwischen deinem Gerät und einem Server hin- und hergeschickt werden.

Sehr hohe Bandbreiten machen sich dagegen bei Spiele-Downloads und Updates bemerkbar. Moderne Games können viele Gigabyte groß sein. Mit 250 Mbit/s ist ein großer Download entsprechend schneller erledigt als mit 50 Mbit/s.

Homeoffice

Für klassische Büroarbeit reichen bereits moderate Geschwindigkeiten. E-Mails, Browser-Anwendungen und Textdokumente benötigen nur wenig Bandbreite.

Bei Videokonferenzen, Cloud-Anwendungen und großen Dateiübertragungen wird dagegen auch der Upload wichtig.

Wenn zwei Personen gleichzeitig im Homeoffice arbeiten und beide regelmäßig Videokonferenzen führen, lohnt es sich deshalb, beim Tarifvergleich nicht ausschließlich auf die beworbene Downloadgeschwindigkeit zu achten.

4. Warum mehr Mbit/s nicht automatisch besseres WLAN bedeuten

Ein besonders häufiger Denkfehler: Der Internetanschluss hat 250 Mbit/s, also muss das Smartphone im Schlafzimmer ebenfalls 250 Mbit/s erreichen.

Das muss nicht der Fall sein.

Die Geschwindigkeit deines Anschlusses beschreibt zunächst, wie schnell Daten bis zu deinem Router übertragen werden können. Danach müssen sie über WLAN oder ein Netzwerkkabel zu deinem Endgerät gelangen.

Beim WLAN können verschiedene Dinge die Verbindung beeinträchtigen:

  • große Entfernung zum Router
  • dicke Wände und Decken
  • ungünstiger Standort des Routers
  • andere WLAN-Netze in der Umgebung
  • ältere Smartphones oder Laptops
  • veraltete Router
  • viele gleichzeitig verbundene Geräte

Wenn das WLAN im Schlafzimmer ständig abbricht, löst ein Wechsel von 100 auf 500 Mbit/s das Problem deshalb möglicherweise überhaupt nicht.

Stattdessen kann es helfen, den Router möglichst zentral und frei aufzustellen. In größeren Wohnungen oder Häusern können Mesh-Systeme oder zusätzliche WLAN-Zugangspunkte sinnvoll sein. Geräte mit besonders hohem und konstantem Datenbedarf kannst du, wenn möglich, auch per Netzwerkkabel verbinden.

Bevor du einen deutlich schnelleren Tarif buchst, solltest du deshalb herausfinden, wo der eigentliche Flaschenhals liegt.

5. So findest du die passende Internetgeschwindigkeit

Die richtige Geschwindigkeit ist nicht unbedingt die höchste, die an deiner Adresse verfügbar ist. Sie sollte zu deinem tatsächlichen Bedarf passen.

Stell dir zunächst ein paar Fragen:

Wie viele Personen leben in deinem Haushalt?
Je mehr Personen den Anschluss gleichzeitig nutzen, desto mehr Bandbreite kann sinnvoll sein.

Wie viele Geräte sind regelmäßig online?
Neben Smartphones und Computern gehören dazu mittlerweile Fernseher, Tablets, Konsolen, Lautsprecher und zahlreiche weitere vernetzte Geräte.

Wie häufig streamst du in hoher Auflösung?
Mehrere gleichzeitige 4K-Streams benötigen deutlich mehr Bandbreite als gelegentliches Streaming auf einem Gerät.

Arbeitest du regelmäßig von zuhause?
Dann solltest du zusätzlich auf Upload, Stabilität und Latenz achten.

Lädst du häufig große Dateien herunter?
Bei großen Games, Softwarepaketen oder umfangreichen Mediendateien macht sich eine höhere Geschwindigkeit besonders durch kürzere Wartezeiten bemerkbar.

Als grobe Orientierung können 50 Mbit/s für einen kleinen Haushalt mit moderater Nutzung reichen. 100 Mbit/s bieten vielen Haushalten bereits komfortable Reserven. Bei mehreren intensiven Nutzer:innen können 250 Mbit/s oder mehr interessant werden.

Dabei lohnt sich auch ein Blick auf die verfügbare Anschlusstechnik. Bei DSL kann die tatsächlich erreichbare Geschwindigkeit unter anderem von der Leitung abhängen. Ein Glasfaseranschluss bietet dagegen technisch deutlich mehr Spielraum für hohe Datenraten und zukünftige Anforderungen.

Die Frage „Wie viel Mbit/s brauche ich zu Hause?“ lässt sich am besten anhand deines tatsächlichen Nutzungsverhaltens beantworten. Für einen kleinen Haushalt, in dem hauptsächlich gesurft und gelegentlich gestreamt wird, können 50 Mbit/s vollkommen ausreichend sein. Bei mehreren Personen und Geräten bieten 100 Mbit/s mehr Spielraum. Wer regelmäßig große Datenmengen bewegt oder mit vielen Personen gleichzeitig intensive Anwendungen nutzt, kann von 250 Mbit/s oder mehr profitieren.

Du musst also nicht automatisch den Tarif mit der größten Zahl wählen. Viel wichtiger ist das Gesamtpaket aus ausreichender Bandbreite, Upload-Geschwindigkeit, stabiler Verbindung und gutem WLAN.

Schau deshalb darauf, was in deinem Haushalt tatsächlich gleichzeitig passiert. So findest du einen Internetanschluss, der zu deinem Alltag passt – ohne ständig auf einen Download warten zu müssen und ohne für Geschwindigkeit zu bezahlen, die du am Ende kaum nutzt.

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