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Wirkung & Transparenz

Wie viel Energie verbrauchen Mobilfunknetze?

 5G nachhaltig
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Nachrichten verschicken, navigieren, Musik hören oder unterwegs eine Serie streamen: All das läuft über Mobilfunknetze und benötigt Energie. Gleichzeitig werden die Netze technisch immer effizienter.

Wie passt das zusammen?

Kurz gesagt: Neuere Mobilfunktechnik wie 5G kann Daten effizienter übertragen als ältere Netztechnologien. Trotzdem kann der gesamte Stromverbrauch der Mobilfunknetze steigen, weil wir immer mehr Daten übertragen und die Netze weiter ausgebaut werden.

Allein 2025 wurden in deutschen Mobilfunknetzen 10,9 Milliarden Gigabyte übertragen. Das waren rund 13 Prozent mehr als im Vorjahr.

Wie viel Strom verbrauchen Mobilfunknetze?

Das Umweltbundesamt hat den Energiebedarf der deutschen Mobilfunknetze ausführlich untersuchen lassen:

Für das Jahr 2019 errechnete die Studie einen Strombedarf von rund 2,3 Terawattstunden. In einem modellierten Basisszenario könnte dieser bis 2030 auf rund 7,5 Terawattstunden steigen. Gleichzeitig würde sich die theoretisch verfügbare Netzkapazität in diesem Szenario um den Faktor 45 erhöhen.

Die Zahlen für 2030 sind dabei ausdrücklich eine Modellrechnung und keine Verbrauchsprognose, die zwangsläufig so eintreten muss. Sie zeigen aber einen wichtigen Zusammenhang: Die Netze können immer größere Datenmengen übertragen, während der Energiebedarf deutlich langsamer wächst.

Ist 5G energieeffizienter als 4G?

Pro übertragener Datenmenge ist moderne Mobilfunktechnik effizienter geworden. 5G gilt als eine Netztechnologie, mit der sich der Energiebedarf beziehungsweise die Emissionen pro übertragenem Gigabyte reduzieren lassen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass ein komplettes 5G-Netz insgesamt weniger Strom benötigt.

Denn während die Technik effizienter wird, wächst gleichzeitig unser Datenverbrauch. Mehr Streaming, Videotelefonie, Cloud-Dienste und andere mobile Anwendungen sorgen dafür, dass immer mehr Daten durch die Netze laufen.

Wenn du vor allem wissen möchtest, welchen Unterschied du persönlich zwischen den Netzgenerationen bemerkst, findest du das auch in unserem Artikel 5G oder 4G: Was ist der Unterschied im Alltag?.

Wo wird im Mobilfunknetz besonders viel Energie benötigt?

Der größte Teil entfällt auf den laufenden Betrieb.

Laut Umweltbundesamt entstehen mehr als 80 Prozent des nutzungsbezogenen Energiebedarfs in den Funkzugangsnetzen. Dazu gehören insbesondere die technischen Anlagen, über die sich dein Smartphone mit dem Mobilfunknetz verbindet.

Betrachtet man Herstellung und Betrieb der Netztechnik zusammen, entfielen in der Untersuchung im Durchschnitt mehr als 90 Prozent des elektrischen Energiebedarfs auf die Nutzungsphase.

Für die Umweltwirkung eines Mobilfunknetzes ist deshalb nicht nur wichtig, wie die Technik hergestellt wird. Entscheidend ist vor allem, wie viel Energie die Infrastruktur während ihrer jahrelangen Nutzung benötigt und wie effizient sie betrieben wird.

Wie lässt sich der Energiebedarf der Netze reduzieren?

Ein wichtiger Hebel liegt direkt bei den Netzbetreibern.

Das Umweltbundesamt nennt unter anderem eine bessere Netz und Standortplanung, modernere Technik sowie ein aktives Last und Energiemanagement. Mobilfunktechnik kann beispielsweise stärker an die tatsächliche Auslastung angepasst werden, statt unabhängig vom aktuellen Bedarf immer mit voller Leistung zu arbeiten.

Gleichzeitig können ältere und weniger effiziente Technologien schrittweise durch modernere Technik ersetzt werden.

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur: Wie effizient ist 5G? Sondern auch: Wie effizient wird das gesamte Netz betrieben?

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Was gehört bei Telekommunikation überhaupt zur Umweltwirkung?

Energieeffizienz allein erzählt nicht die ganze Geschichte.

Die EU Kommission hat deshalb im Januar 2026 erstmals einen Code of Conduct für die Nachhaltigkeit von Telekommunikationsnetzen veröffentlicht. Darin werden acht zentrale Bereiche genannt, mit denen Netzbetreiber ihre Umweltwirkung messen können. Dazu zählen unter anderem Energieverbrauch, Energieeffizienz, der Anteil erneuerbarer Energien, Treibhausgasemissionen, Elektroschrott sowie die Wiederverwendung und Aufbereitung von Technik.

Damit wird auch deutlich: Eine einzelne Aussage wie „5G ist energieeffizient“ reicht nicht aus, um die Umweltwirkung eines Mobilfunknetzes insgesamt zu beurteilen.

Interessanter ist, wie hoch der absolute Energieverbrauch ist, woher der Strom kommt, wie lange die Technik genutzt wird und was mit ausgedienten Geräten passiert.

Mobilfunkanbieter ist nicht automatisch Netzbetreiber

Auch dieser Unterschied ist wichtig.

Nicht jeder Anbieter von Handytarifen betreibt eigene Funkmasten und Mobilfunkinfrastruktur. Viele Anbieter nutzen die Netze bestehender Netzbetreiber. So auch Amiva.

Damit liegen der Ausbau und der direkte Energieverbrauch des Mobilfunknetzes nicht automatisch in der Hand des Unternehmens, bei dem du deinen Tarif abschließt.

Ein Mobilfunkanbieter kann dagegen andere Bereiche beeinflussen, zum Beispiel die verwendeten SIM-Lösungen, den Umgang mit Geräten, den eigenen Geschäftsbetrieb oder die Transparenz darüber, welche Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Gerade bei Aussagen rund um Umwelt und Mobilfunk lohnt es sich deshalb, genau hinzuschauen, worauf sich eine Aussage eigentlich bezieht.

Muss ich wegen des Energieverbrauchs auf 5G verzichten?

Nein. Ein Wechsel zurück zu älteren Netztechnologien wäre keine sinnvolle Schlussfolgerung. Moderne Netze können größere Datenmengen effizienter übertragen und werden ohnehin zunehmend zum Standard.

Auch ein neues Smartphone brauchst du nicht allein deshalb, weil 5G verfügbar ist. Wenn dein vorhandenes Gerät noch gut funktioniert und du mit deiner Verbindung zufrieden bist, kannst du es weiterverwenden.

Wenn du unsicher bist, ob du 5G für deinen Alltag überhaupt brauchst, hilft dir unser Ratgeber Brauche ich 5G? Darauf kommt es im Alltag an weiter.

Wie verändert sich der Mobilfunkausbau in Deutschland?

Das Mobilfunknetz wird weiter ausgebaut und verdichtet. Ende 2025 waren laut Bundesnetzagentur in Deutschland rund 238.820 Mobilfunk-Basisstationen in Betrieb, gut 7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Besonders stark wuchs 5G: Die Zahl der 5G-Basisstationen stieg innerhalb eines Jahres um rund 19 Prozent auf 67.272. Zusätzlich waren an 3.464 Standorten sogenannte Small Cells im Einsatz, um an stark frequentierten Orten zusätzliche Netzkapazität bereitzustellen.

Der Ausbau bedeutet gleichzeitig, dass weitere Technik hergestellt, installiert und betrieben werden muss. Deshalb kommt es nicht nur darauf an, wie viele neue Standorte entstehen, sondern auch darauf, wie effizient die gesamte Infrastruktur geplant und betrieben wird.

Das Umweltbundesamt nennt dafür unter anderem drei wichtige Hebel: eine optimierte Netz- und Standortplanung, die Modernisierung von Anlagen sowie ein aktives Last- und Energiemanagement. Gerade der laufende Betrieb ist relevant, denn mehr als 90 Prozent des elektrischen Energiebedarfs der betrachteten Mobilfunktechnik entfallen auf die Nutzungsphase.

Auch auf EU-Ebene wird der Blick inzwischen stärker auf den gesamten Lebenszyklus von Telekommunikationsnetzen gerichtet. Der 2026 veröffentlichte EU Code of Conduct betrachtet deshalb nicht nur den Betrieb, sondern auch Planung, Herstellung, Ausbau, Wartung und spätere Außerbetriebnahme der Netztechnik.

Ein effizienterer Mobilfunkausbau bedeutet deshalb nicht einfach „weniger Funkmasten“. Entscheidend ist, wie viel Leistung ein Netz bereitstellt, wie viel Energie es dafür benötigt und wie die eingesetzte Technik über ihren gesamten Lebenszyklus genutzt wird.

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