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Glasfaser im Haus

Glasfaser als Mieter:in – was muss ich wissen?

LAN-Kabel steckt in Box, rechts daneben ein offenes, leuchtendes Glasfaser-Kabel
LAN-Kabel steckt in Box, rechts daneben ein offenes, leuchtendes Glasfaser-Kabel

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Schnelles Internet über Glasfaser klingt erst einmal unkompliziert: Verfügbarkeit prüfen, Tarif auswählen und lossurfen. Wenn du zur Miete wohnst, kommen allerdings ein paar zusätzliche Fragen dazu. Darfst du selbst einen Glasfaseranschluss beauftragen? Muss dein:e Vermieter:in zustimmen? Und wer kümmert sich eigentlich darum, dass die Glasfaser vom Keller bis in deine Wohnung gelangt?

Gerade beim Glasfaserausbau treffen mehrere Bereiche aufeinander: Der Netzbetreiber bringt die Leitung zum Gebäude, innerhalb des Hauses muss die notwendige Infrastruktur vorhanden sein und am Ende brauchst du einen Anschluss in deiner Wohnung. Anders als bei einem einfachen Tarifwechsel können dafür bauliche Arbeiten notwendig sein.

Wenn du Glasfaser als Mieter:in nutzen möchtest, lohnt es sich deshalb, vorher ein paar Dinge zu klären. Wir zeigen dir, wie ein Glasfaseranschluss im Mietshaus grundsätzlich aufgebaut ist, wann du deine:n Vermieter:in einbeziehen solltest und worauf du bei Kosten, Installation und Tarif achten kannst.

1. Wie kommt Glasfaser überhaupt in eine Mietwohnung?

Bei einem Glasfaseranschluss reicht es nicht, dass irgendwo in deiner Straße bereits Glasfaserkabel liegen. Entscheidend ist, wie weit die Leitung tatsächlich bis zu deinem Gebäude und deiner Wohnung führt.

Dabei begegnen dir häufig verschiedene Abkürzungen.

FTTC steht für „Fiber to the Curb“. Die Glasfaser reicht dabei bis zu einem Verteiler in der Nähe. Für die Strecke ins Gebäude werden weiterhin bestehende Kupferleitungen verwendet.

FTTB bedeutet „Fiber to the Building“. Hier reicht die Glasfaser bis ins Gebäude, beispielsweise in den Keller. Innerhalb des Hauses kann die weitere Verbindung zur Wohnung über eine andere Technik erfolgen.

FTTH steht für „Fiber to the Home“. In diesem Fall reicht die Glasfaser bis in deine Wohnung. Wenn von einem vollständigen Glasfaseranschluss für deinen Haushalt gesprochen wird, ist in der Regel diese Variante besonders interessant.

In einem Mehrfamilienhaus sind deshalb mehrere Schritte notwendig. Zunächst braucht es einen Anschluss des Gebäudes. Anschließend muss die Verbindung innerhalb des Hauses bis zu den einzelnen Wohnungen hergestellt werden.

Genau deshalb kann die Situation entstehen, dass Glasfaser in deiner Straße bereits verfügbar ist, du in deiner Wohnung aber trotzdem noch keinen entsprechenden Anschluss buchen kannst.

Bei einer Verfügbarkeitsprüfung solltest du daher möglichst deine vollständige Adresse angeben und darauf achten, welcher Ausbauzustand tatsächlich angeboten wird.

2. Brauche ich die Zustimmung meiner Vermieterin oder meines Vermieters?

Ob du einfach einen Glasfasertarif bestellen kannst oder zunächst deine:n Vermieter:in kontaktieren musst, hängt davon ab, welche Arbeiten erforderlich sind.

Ist in deiner Wohnung bereits ein nutzbarer Glasfaseranschluss vorhanden, ist die Situation relativ unkompliziert. Dann geht es häufig nur noch darum, einen passenden Tarif zu buchen und die benötigte Technik anzuschließen.

Anders sieht es aus, wenn für den Anschluss bauliche Veränderungen am Gebäude notwendig sind.

Für die Verlegung können beispielsweise Arbeiten erforderlich sein:

  • an der Außenwand,
  • im Keller,
  • im Treppenhaus,
  • in Versorgungsschächten,
  • an Wänden oder Decken,
  • innerhalb deiner Wohnung.

Als Mieter:in gehört dir die Immobilie nicht. Bauliche Eingriffe solltest du deshalb nicht eigenständig beauftragen, ohne vorher zu klären, ob und in welcher Form die Eigentümerseite zustimmen muss.

Häufig setzt sich der Glasfaseranbieter im Rahmen des Ausbauprozesses direkt mit Eigentümer:innen beziehungsweise Hausverwaltungen in Verbindung. Dabei wird beispielsweise abgestimmt, wo der Hausanschluss entstehen und wie die Verkabelung innerhalb des Gebäudes verlaufen soll.

Wohnst du in einem größeren Mehrfamilienhaus, kann deine erste Anlaufstelle daher auch die Hausverwaltung sein. Sie kann dir möglicherweise bereits sagen, ob ein Ausbau geplant, genehmigt oder sogar schon durchgeführt wurde.

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3. Wer bezahlt den Glasfaseranschluss im Mietshaus?

Eine der wichtigsten Fragen lautet natürlich: Was kostet mich das Ganze?

Hier muss zwischen verschiedenen Kosten unterschieden werden. Es können beispielsweise Kosten für den Anschluss des Gebäudes, die Verkabelung innerhalb des Hauses und deinen eigentlichen Internettarif entstehen.

Wie hoch diese ausfallen und wer sie trägt, hängt vom konkreten Ausbauprojekt und den vertraglichen Vereinbarungen ab.

Während einer Ausbauphase bieten Netzbetreiber Hausanschlüsse teilweise zu anderen Konditionen an als bei einem späteren individuellen Anschluss. Deshalb kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig zu informieren, wenn in deiner Straße ein Glasfaserausbau angekündigt wird.

Für dich als Mieter:in ist vor allem wichtig: Unterschreibe nicht einfach einen Auftrag für bauliche Maßnahmen am Gebäude, wenn nicht geklärt ist, wer diese beauftragen darf und wer mögliche Kosten übernimmt.

Frag im Zweifel nach:

  • Ist das Gebäude bereits angeschlossen?
  • Gibt es schon Glasfaser bis in meine Wohnung?
  • Sind weitere Installationsarbeiten notwendig?
  • Wer beauftragt diese Arbeiten?
  • Entstehen einmalige Anschlusskosten?
  • Welche laufenden Tarifkosten kommen auf mich zu?
  • Gibt es eine Mindestvertragslaufzeit?

So kannst du Hausanschluss und Internetvertrag sauber voneinander unterscheiden.

4. Was passiert bei der Installation in meiner Wohnung?

Ist der Ausbau mit der Eigentümerseite abgestimmt und die Glasfaser bereits im Gebäude, folgt die Verbindung zu deiner Wohnung.

Bei einem FTTH-Anschluss wird die Glasfaser bis in den Wohnbereich geführt. Dort befindet sich anschließend ein Glasfaserabschluss. Je nach technischer Umsetzung und Anbieter kann zusätzlich ein Gerät eingesetzt werden, das das optische Signal für die weitere Nutzung umwandelt.

Danach kommt dein Router ins Spiel.

Schon vor dem Installationstermin solltest du überlegen, wo die entsprechenden Geräte sinnvoll platziert werden können. Der Standort kann nämlich Einfluss darauf haben, wie gut dein WLAN später in der Wohnung funktioniert.

Ein Router, der ungünstig in einer hinteren Ecke steht, versorgt die gesamte Wohnung möglicherweise schlechter als ein zentraler Standort.

Vor dem Termin lohnt es sich deshalb, folgende Punkte zu klären:

  • Wo soll der Anschluss in der Wohnung sitzen?
  • Wo steht später der Router?
  • Befindet sich dort eine Steckdose?
  • Wie werden Computer, Fernseher oder andere Geräte verbunden?
  • Reicht das WLAN bis in alle wichtigen Räume?

Gerade bei größeren Wohnungen solltest du Glasfaseranschluss und WLAN getrennt betrachten. Eine schnelle Glasfaserleitung bedeutet nicht automatisch, dass im entferntesten Zimmer dieselbe Geschwindigkeit über WLAN ankommt.

Bei Bedarf können ein sinnvoller Routerstandort, Netzwerkkabel oder ein Mesh-System helfen, die Verbindung innerhalb der Wohnung besser zu verteilen.

5. Lohnt sich Glasfaser für mich als Mieter:in überhaupt?

Ob sich ein Glasfaseranschluss für dich lohnt, hängt nicht davon ab, ob du zur Miete oder im eigenen Haus wohnst. Entscheidend ist vielmehr, wie du deinen Internetanschluss nutzt und welche Alternativen an deiner Adresse verfügbar sind.

Glasfaser kann besonders interessant sein, wenn mehrere Personen gleichzeitig online sind oder du regelmäßig Anwendungen nutzt, die eine leistungsfähige Verbindung benötigen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Homeoffice und Videokonferenzen,
  • hochauflösendes Streaming,
  • große Downloads,
  • Cloud-Anwendungen,
  • regelmäßige Uploads großer Dateien,
  • Online-Gaming,
  • viele gleichzeitig verbundene Geräte.

Dabei musst du nicht automatisch den Tarif mit der höchsten verfügbaren Geschwindigkeit buchen. Wenn für deinen Alltag beispielsweise eine mittlere Bandbreite ausreicht, kann auch ein entsprechender Glasfasertarif gut zu dir passen.

Ein weiterer Vorteil ist die langfristige Perspektive. Unser Datenbedarf steigt und immer mehr Anwendungen laufen über das Internet. Wenn die Glasfaser bereits bis in deine Wohnung verlegt wird, steht damit eine leistungsfähige Infrastruktur zur Verfügung, die auch höhere Bandbreiten ermöglichen kann.

Bist du allerdings nur noch wenige Monate in der Wohnung, solltest du zusätzlich auf Vertragslaufzeiten und mögliche Umzugskonditionen achten. Prüfe vor Vertragsabschluss, was mit deinem Tarif passiert, wenn du umziehst und der Anbieter am neuen Wohnort möglicherweise nicht dieselbe Leistung bereitstellen kann.

Glasfaser als Mieter:in zu bekommen, ist grundsätzlich kein ungewöhnlicher Sonderfall. Gerade in Mehrfamilienhäusern gehört der Anschluss von Mietwohnungen zum normalen Glasfaserausbau. Etwas mehr Abstimmung kann allerdings notwendig sein, weil die Leitungen häufig durch Bereiche des Gebäudes geführt werden müssen, über die du als Mieter:in nicht allein entscheiden kannst.

Prüfe deshalb zunächst, wie der Ausbauzustand an deiner Adresse aussieht. Liegt Glasfaser nur in der Straße, bereits im Keller oder sogar schon in deiner Wohnung? Danach kannst du mit deiner Hausverwaltung oder deinem beziehungsweise deiner Vermieter:in klären, welche weiteren Schritte notwendig sind.

Achte außerdem darauf, Hausanschluss, Gebäudeverkabelung und deinen persönlichen Internettarif nicht miteinander zu verwechseln. Kosten, Zuständigkeiten und notwendige Arbeiten können sich dabei unterscheiden.

Ist die technische Seite geklärt, unterscheidet sich die Nutzung für dich kaum von einem anderen Internetanschluss. Router anschließen, WLAN einrichten und los geht’s. Und selbst wenn du keine 1.000 Mbit/s brauchst, kann ein vorhandener Glasfaseranschluss eine gute Grundlage sein, wenn dein Datenbedarf in den kommenden Jahren wächst.

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