Wie viel CO₂ kann ein refurbished Smartphone sparen?


Smartphones sind aus unserem Alltag kaum wegzudenken. Für ihre Herstellung werden jedoch Rohstoffe und Energie benötigt. Eine Möglichkeit, bereits produzierte Geräte länger zu nutzen, sind refurbished Smartphones.
Doch wie groß ist der Unterschied zu einem neuen Gerät tatsächlich?
Kurz gesagt: Wie viel CO₂ ein refurbished Smartphone im Vergleich zu einem Neugerät einspart, hängt vom Modell und von der Aufbereitung ab. Eine Untersuchung von Fraunhofer Austria zeigt das beispielhaft am iPhone 11: Für das untersuchte Neugerät wurden über den betrachteten Lebenszyklus 72 kg CO₂-Äquivalente berechnet, für das refurbished Gerät 15,7 kg. Das entspricht in diesem konkreten Vergleich rund 78 Prozent weniger Treibhausgasemissionen.
Warum kann ein refurbished Smartphone Umweltwirkungen reduzieren?
Bei einem refurbished Smartphone wird kein komplett neues Gerät produziert. Ein vorhandenes Smartphone wird geprüft, gereinigt und bei Bedarf repariert. Funktionierende Komponenten werden weiterverwendet.
Dadurch können im Vergleich zur Neuproduktion unter anderem weniger neue Materialien und weniger Energie für die Herstellung benötigt werden. Wie groß der Unterschied tatsächlich ist, hängt allerdings vom jeweiligen Gerät und dem Umfang der Aufbereitung ab.
Fraunhofer Austria hat für mehrere Elektronikprodukte die erste Nutzungsphase als Neugerät mit einer zweiten Nutzungsphase nach professioneller Aufbereitung verglichen. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Geräten. Durchschnittswerte sind deshalb nur eingeschränkt auf jedes Smartphone übertragbar.
Wie entstehen die CO₂-Emissionen bei neuen Smartphones?
Bevor ein Smartphone genutzt werden kann, durchläuft es viele Schritte. Rohstoffe müssen gewonnen und verarbeitet, Komponenten wie Display, Prozessor und Akku hergestellt und das fertige Gerät transportiert werden.
In der Untersuchung von Fraunhofer Austria entfielen beim betrachteten iPhone 11 knapp 80 Prozent der Treibhausgasemissionen auf die Produktion. Für die Produktion des Neugeräts wurden dort 56,9 kg CO₂-Äquivalente ermittelt.
Genau deshalb kann eine längere Nutzung bereits vorhandener Geräte einen Unterschied machen.
Wie viel CO₂ spart ein refurbished Smartphone wirklich?
Eine pauschale Zahl für jedes Smartphone gibt es nicht.
Beim von Fraunhofer Austria untersuchten iPhone 11 lag der gesamte betrachtete Produktfußabdruck des Neugeräts bei 72 kg CO₂-Äquivalenten. Für das refurbished Gerät wurden 15,7 kg CO₂-Äquivalente berechnet.
Das entspricht in diesem Beispiel einer Reduktion von rund 78 Prozent.
Auch beim Wasserverbrauch zeigen die untersuchten Geräte deutliche Unterschiede. Für das iPhone wurden in der Studie rund 12.075 Liter virtueller Wasserverbrauch bei der Neuproduktion und rund 1.695 Liter bei der Aufbereitung berechnet. Das entspricht für dieses konkrete Modell einer Reduktion von rund 86 Prozent.
Wichtig ist die Einordnung: Diese Werte gelten für die untersuchten Geräte und Prozesse. Sie lassen sich nicht eins zu eins auf jedes refurbished Smartphone übertragen.
Elektroschrott reduzieren durch Wiederverwendung
Auch Elektroschrott ist ein wichtiger Faktor. Weltweit entstanden 2022 laut Global E-waste Monitor rund 62 Millionen Tonnen Elektroschrott. Nur 22,3 Prozent davon wurden dokumentiert gesammelt und recycelt.
Wird ein funktionierendes Smartphone aufbereitet und erneut genutzt, bleibt das Gerät länger im Einsatz, statt direkt aus dem Nutzungskreislauf zu verschwinden.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Refurbishing keinen Elektroschrott verursacht. Bei der Aufbereitung können zum Beispiel Akkus, Displays oder andere Komponenten ausgetauscht werden. Beim von Fraunhofer untersuchten Samsung Galaxy S20 FE entstanden durch ausgetauschte Komponenten beispielsweise 93 Gramm Elektroschrott gegenüber einem Gesamtgewicht des Neugeräts von 235 Gramm.
Auch bei refurbished Geräten gilt deshalb: Je länger sie anschließend genutzt werden, desto besser lässt sich das Potenzial der Wiederverwendung ausschöpfen.
So findest du ein hochwertiges Refurbished Smartphone
Refurbished bedeutet nicht einfach nur „gebraucht“. Die Geräte werden professionell geprüft und aufbereitet. Wie umfangreich dieser Prozess ist, kann sich allerdings je nach Anbieter unterscheiden.
Darauf lohnt es sich beim Kauf zu achten:
- Zustand prüfen: Viele Anbieter unterscheiden zwischen verschiedenen optischen Zuständen. Lies genau nach, was die jeweilige Einstufung bedeutet.
- Akku beachten: Prüfe, welche Mindestkapazität für den Akku zugesichert wird und ob er bei Bedarf ausgetauscht wurde.
- Updates checken: Ein Smartphone sollte noch möglichst lange Sicherheitsupdates erhalten. Ein günstiges Gerät hilft wenig, wenn der Software-Support kurz nach dem Kauf endet.
- Garantie und Gewährleistung vergleichen: Informiere dich vor dem Kauf, welche Leistungen der Anbieter übernimmt.
- Aufbereitung nachvollziehen: Seriöse Anbieter erklären, wie die Geräte geprüft werden und welche Komponenten gegebenenfalls ausgetauscht werden.
Wenn du dir verschiedene aufbereitete Geräte ansehen möchtest, findest du bei Amiva eine Auswahl an refurbished Smartphones. Der Kauf läuft über unseren Partner refurbed.
Fazit: Was bedeutet das für deine Kaufentscheidung?
Refurbishing kann dazu beitragen, die Nutzungsdauer vorhandener Smartphones zu verlängern und den Bedarf an neu produzierten Geräten zu reduzieren.
Wie viel CO₂ dadurch konkret eingespart wird, lässt sich jedoch nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Studien zeigen, dass die Wiederverwendung deutliche Einsparpotenziale haben kann. Entscheidend sind unter anderem der Zustand des Geräts, die notwendigen Reparaturen und vor allem die anschließende Nutzungsdauer.
Wenn dein aktuelles Smartphone noch funktioniert, ist Weiterverwenden deshalb ebenfalls eine gute Option. Wenn tatsächlich ein anderes Gerät benötigt wird, kann ein professionell aufbereitetes Smartphone eine Alternative zum Neukauf sein.
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